Anikó Kanthak - Foto
Foto: Niclas Weber

Etwas Biographisches

Meine ersten Songs schrieb ich in der Kindergartenzeit mit fünf Jahren (1984).
Zwei Kassettenrecorder, etwas Lautes, etwas mit Ton und dazu singend, nahm ich mich von einer zur anderen Kassette auf. Sobald ich lesen konnte, sang ich mich lauthals mit bruchstückhaften Erinnerungen an Gedichte über „Knaben, Röslein und Klee“ selbst in den Schlaf. In der fünften Klasse führte ich vor meinen Mitschülern eine Musikshow auf. Es war immer die Bühne und vor allem das Gefühl in der Verbindung von Text und Melodie, die mich inspirierte.

 

Es gab viele Meilensteine.
Allein die Prägung durch meine Eltern - mein Vater Journalist, damals in Ostberlin, meine Mutter aus Ungarn, die mich zu jeder erdenklichen Abendvorstellung von Kabarett bis zu Ballett mitnahm.
Mit zehn Jahren (1989) spielte ich die Hauptrolle im wohlmöglich letzten DDR DEFA Film („Der Hut“). In Wuppertal (1993) spielte ich mit 14 eine Spielzeit im Musical „Oliver Twist“ am Opernhaus. Dann kam der Jazz und die melancholischen Jazzstandards. Mit 16 (1995) gewann ich den Jugend jazzt Wettbewerb NRW in der Kategorie Gesang.

 

Und so zog es mich weiter. Ein Jahr nach Südafrika als Au-pair und einzige Weiße kurz nach der Apartheid, prägten mich mit afrikanische Rhythmen, Melodien und Sprachästhetik.
Später zurück in Deutschland sang ich in Köln während der Abiturzeit in der Jazzbar „Melody“. Ich lernte so viele Texte wie möglich auswendig und versuchte sie zu fühlen, zu interpretieren und zu ergründen. Ich studierte Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und probierte mich in allen Genres und Bühnenformen aus. So war ich weltweit unterwegs, meist als Sängerin. Später schrieb ich als Choreographin und Darstellerin der Bühnenshow „Tony Mono“ von 1Live außerdem regelmäßig Radiofolgen und Textparodien für dieses Format. Kompositions- und Textaufträge für Kinofilme („Dreiviertelmond“) und Co-Writings mit Künstlern folgten.

 

2013 nahm ich meine erste deutsche Platte auf und verkaufte sie im Eigenvertrieb auf Konzerten. Zwei weitere deutsche Alben folgten. Das Letzte war eine Kooperation mit dem Bassisten Claus Fischer (Chaka Khan, Larry Carlton) und dem Percussionisten Rhani Krija (Sting). Beide Musiker ermunterten mich meinen Weg weiter zu verfolgen. Das Album hieß „Anikó“ und war eine limitierte Auflage von 150 Stück. Die Idee war, die Wertigkeit von Musik wieder in den Fokus rücken zu lassen. Jede CD ein Einzelstück, handverpackt mit Kreuzstich und einer Collage von Fotos und Texten.

 

2018 begann ich als Hauptfachdozentin für Songwriting an der Hochschule für Musik und Tanz Köln zu unterrichten.

 

Der Wunsch nach einer festen Band und dem eigenem Sound jedoch wuchs und so stellte ich mir in den letzten zwei Jahren ein Ensemble zusammen, um künstlerisch weiter zu wachsen. Mein neues Album „Morgengrauen“ erscheint 2021. Es ist inspiriert von Künstlern wie Cat Stevens und Joni Mitchell, verwoben mit der aktuellen Zeit und getextet in deutscher Sprache. Ich habe wunderbare Kollegen gefunden, die mich auf meinem Weg musikalisch begleiten, und freue mich über größere Kooperationen, die mein Album auch deutschlandweit hörbar machen.

Etwas zum Hören und Schauen

Dahlie

 

Ein Lied voll Melancholie meine Farben verblassen nie - wortlos steh ich im Wind

Solang' die Sonne noch Wärme, bringt hör ich den Winter nur leise singen....

Auch wenn der Tod bald naht, genieße ich jeden letzten Tag

Mit Stolz fächer' ich mich auf und ich leuchte ganz hoch hinauf, stell meine Blüte tapfer auf

 

Ich sag Adieu mit der Schönheit der herbstlichen Zeit

Nenn mich Dahlie auf Wiedersehen mein guter Freund

 

Und kommt dann der große Moment, in dem der Frost keine Gnade kennt -

veredelt in funkelnder Pracht wird mein Puls fest ins Eis gepackt,

wart' ich bis der Frühling mich raus lockt

 

Ich sag Adieu mit der Schönheit der herbstlichen Zeit

Nenn mich Dahlie auf Wiedersehen mein guter Freund

 

Und falls wir uns wieder sehen, lass uns zusammen ein Weilchen stehen -

was haben wir zwei versäumt? Lass sie uns feiern die Endlichkeit,

bald ist der Herbst auch nicht mehr weit...

 

Veröffentlicht 13.4.2020

Demokratie

 

Das Stroh und der Funke

Und dann kommt der Wind

Durch Rauch lässt sich nichts sehen

Das Stroh und die Lupe

Wer steht da und zündelt

Und bedroht unser Leben?

Was glaubt ihr, was den Rauch aufhält?

Wer löscht ihn mit seinen Tränen und sagt:

Ich schütze sie!

Mit Eiseskälte dreht sich der Geist

Und schneidet und schneidet

Nichts darf mehr neben dem Anderen sein

Es wird seziert und gefeindet

Was glaubt ihr, was das Eis aufhält?

Wer öffnet seine Arme und lädt ein und feiert sie?

Lädt ein und sagt laut: ich liebe sie! Unsere Freiheit, unsere Demokratie!

Gehörst du zu denen, der weiß, daß er sie liebt

Dann steh auf und zeig der Welt, daß es dich gibt.

Der Sumpf der Bequemen breitet sich aus

Digitale Enteignung

Gefühle als Knöpfe einer Währungseinheit

Freundschaft ohne echte Freunde

Was glaubt ihr, was den Sumpf aufhält?

Wer öffnet seine Türen und lädt ein und feiert sie,

Steht auf und sagt laut: Ich liebe sie!

Unsere Freiheit, unsere Demokratie!

Gehörst du zu denen, der weiß, daß er sie liebt

Dann steh auf und zeig der Welt, dass es dich gibt!

 

Veröffentlicht im Mai 2020

Fallen

 

Immer wenn ich fall´

ist es so als hätte mir die Sehnsucht ihre Flügel geschenkt

Immer wenn ich fall´

ist es so als gäb´s nur diesen einen Moment

und ich fall´ hoch und tief zugleich

 

Immer wenn ich fall´

bin ich für den Fall in der Schwerelosigkeit

Hab´alle Angst verloren

wie zum Fallen geboren

und es vergeht auch keine Zeit,

denn ich fall´ hoch und tief zugleich

 

Und bin ich angekommen

ist das Fallen vorbei, lande ich mal hart und auch mal weich

und dann steh ich auf

Staub liegt auf der Haut und ich sag:

Was war das für ´ne Zeit?

Ich fiel so hoch und tief zugleich.

 

Und dann ist es still

alles was ich will, ist nur noch ein einziges Mal Fallen

doch das geht nicht allein

alles was ich brauche sind deine Augen und dein Herz was ruft:

Komm herein!

 

Ich will nur einmal nochmal Fallen.....

 

Veröffentlicht im März 2018

Draußen

 

Draußen ist Außen - eine andre Welt

Wenn man raus geht, entscheidet man sich,

was man nach Außen stellt.

Wer bin ich? Wie wirk' ich? Wie weit bin ich im Verhältnis zu ...?

Schwankt mein Selbstwert mit BMI oder Kontoauszug?

Draußen ist das Tempo und der Geräuschpegel so hoch, daß man laufend sich auf dem Laufenden hält

über elektronische Kommunikation.

 

Wo bist du? Was isst du? Und mit wem siehst du so gut aus?

Alles Außen, doch was passiert so lang im Innenraum?

 

Wie, wie, wie kommen wir denn dazu uns auszuruhen? Denn, denn da Draußen gibt es soviel zu tun?

Wie, wie, wie kommen wir denn dazu uns auszuruhen? Denn, denn da Draußen gibt es soviel zu tun?

 

Drinnen, diese Windung so tief in die Unendlichkeit -

Bist du mutig, schaust nach innen, entdeckst du vielleicht 'ne Form von Ewigkeit

in Gefühlen und Energie -

diese Quelle versiegt nie.

In der Stille liegt die Fülle ,deine Liebe, deine Fantasie.

 

Wie, wie, wie kommen wir denn dazu uns auszuruhen? Denn, denn da Draußen gibt es soviel zu tun?

Wie, wie, wie kommen wir denn dazu uns auszuruhen? Denn, denn da Draußen gibt es soviel zu tun?

 

Veröffentlicht 7.3.2020 .

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